Dienstag, 28. Januar 2025

Biographie: Salman Rushdie - Knife

1989 kurz vor seinem Tod hatte Ajatllah Ruhollah Chomeini die berüchtigte Todesdrohung gegen den indisch britischen Autor Salman Rushdie wegen dessen Buchs: Die satanischen Verse, ausgesprochen.

Ein Buch das ich vor gut 25 Jahren gelesen hatte aber dessen Inhalt sich um das Mitgefühl dargestellter muslimischer Familie drehte, deren Geschichte in jenen Tagen spielte, in denen Indien und Pakistan ihre Unabhängigkeit erlangten und mich damals wenig begeisterten konnte. Rushdie ging ins Exil und bekam Personenschutz. 

2022 war es jedoch geradezu ironisch, dass der Autor in einer Kundgebung über den Schutz von Schriftstellern von einem Attentäter in 23 Sekunden mit 15 Messerstichen regelrecht zerfleischt wurde. Schwer verletzt erzählt er nun von seiner Rekonvaleszenz, der Liebe die ihn gerettet hat und sein Verhältnis zu dem Attentäter, der nicht Mal 2 Seiten des berüchtigten Buches gelesen hatte.

In Knife verarbeitet Rushdie sein Trauma und erzählt wie er das Attentat er und überlebt hat. Es folgen viele quälende Erzählungen aus der Reha und dem Krankenhausaufenthalt - was oft wenig aufregend wirkt. Dann erzählt Salaman von der Liebe zu seiner Frau und den gelungen Kindern und seinen wunderbaren Autorenfreunden - das Flexen fand ich etwas drüber und unnötig. Gerade als er erzählte, dass er eigentlich wenig Lust auf die damalige Lesung bei der Kundgebung hatte und das nur wegen dem Geld machte, da er gerade eine neue Klimaanlage für sein Haus installieren wollte - wirkt das wenig sympathisch auf mich.

Das liest sich alles sehr zügig, aber wenig bewegend! Halt mehr ein reiner Tatsachenbericht statt literarische Kniffligkeit. Im Mittelteil hebt Rushdie das Niveau dann an und inszeniert ein fiktives Gespräch zwischen ihm und seinem Attentäter - das fand ich äusserst interessant. Hier findet er dann zu seiner literarischen und philosophischen Sprache und kreiert anregende und nachhaltige Sätze - fand ich sehr fesselnd. Ansonsten ist das eine persönliche Aufarbeitung, bei dem der Autor sich selbst feiert - Leser die gerne in Tatsachenberichte stöbern, könnten hier ihre Freunde daran finden, wenn man sich nicht an dem Denkmal stösst, das sich der Autor zur Selbstinszenierung setzt. 5/10

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