Samstag, 8. Februar 2025

Literatur: Alina Bronsky - Der Zopf meiner Grossmutter

Max emigriert zusammen mit seiner russischen Grossmutter und seinem asiatischen Grossvater nach Deutschland. Während seine überdrehte Grossmutter sich fast schon manisch krankhaft körperliche fürsorglich um Max kümmert, ihn aber zugleich verbal demütigt und runterbuttert, kommt die Familie mit der alleinerziehenden Klavierlehrerin Nadia und ihrer Tochter Vera in Kontakt. Dabei entsteht eine absurde schrullige Patchwork Family... 

Was genau mir die Autorin mit Der Zopf meiner Grossmutter erzählen will, hab ich auch bis zur letzten Seite nicht ermittelt. Wo will die Story hin? Null Plan! Die Charaktere insbesondere der Hauptfigur Mäxchen und seiner exaltierten Grossmutter, funktionieren kaum und ruft bei mir als Leser keine Emotion ab. Alles wirkt hier äusserst kalt und belanglose ab. Ob die Figuren sich jetzt gerade einen Tee zubereiten, oder jemand stirbt - alles läuft über dieselbe emotionslose Ausdrucksweise ab. Ebenso wenig findet man hier literarisch erforderliche Charakteristika oder nachhaltige Sätze. Das Ende ist dann wie der Anfang und die Geschichte um die Grossmutter als Emigrantin die in der neuen Heimat Fuss fassen will und Max der sich in einer Art Coming Age Plot, seinen Platz in der Gesellschaft erkämpft, funktioniert bei mir nur bedingt.

Kommen wir zum Positiven: Laut Kritiken soll es sich um den schlichtesten Roman von Alina Bronsky handelt. Hinzu kommt dass die Veröffentlichung der Kiwi Geschenkbuch Reihe, sehr schon anzugucken ist und sich mit 217 Seiten in dem putzigen Kleinformat wunderbar als Geschenk oder Türstopper eignet.

5/10

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