Es gibt Bücher die fressen sich tief in deine Eingeweide und hinterlassen dort für immer einen Bluterguss auf deiner Seele. Geschichten die mich richtig wütend machen, Bücher in die man regelrecht hineinkriechen und auf die Figuren eindreschen möchte. So geschehen bei Jack Ketchum`s Evil - wohl das verstörendste Buch das ich je gelesen hab. Es geschah nebenan, ist auch so ein nachhallender True Crime Fall...
Wieso ich sowas lese? Weil das wie eine Wurzelbehandlung ist: Hat man erstmal begonnen zu bohren gibt es kein zurück. Das Buch beruht auf Fakten um Marybeth Tinning die in den 70er Jahren in den Staaten alle ihre 9 Kinder inkl. Adoptivsohn als Baby bzw. Kleinkind ermordet hat. Den Morden gingen eine körperliche Verwahrlosung voran. Die Geschichte ist akribisch erzählt und zeigt auf, dass viele Menschen einfach nur wegschauen und es 9 tote Kinder braucht bis die Nachbarschaft/Freunde und Familie stutzig wird, dass wohl nicht alles mit rechten Dingen vor sich geht. Selbst als der Adoptivsohn Michael stirbt, schaut die Behörde und das Krankensystem weg...Wie erwähnt ein aufwühlendes Buch, dass mich immens betroffen macht und sicherlich nichts für Gelegenheitsdramatiker ist - denn nichts ist kälter und gnadenloser als die Realität. 10/10
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