Donnerstag, 19. Juni 2025

G.S. Foster - Der Geist eines Psychopathen

Ein stimmungsvoller Höllentrip zwischen Spukvilla, Serienkiller und Psychospannung

Penny Archer ist am Ende. Als Enthüllungsjournalistin in Ungnade gefallen, verschlägt es sie – beruflich degradiert zur Ghostwriterin – auf die paradiesische Insel Oahu, Hawaii. Doch das, was nach Palmen und Meeresrauschen klingt, entwickelt sich schnell zum albtraumhaften Trip: Das ehemalige Makami Anwesen, in dem sie unterkommt, hat eine blutige Vergangenheit. An Halloween 2000 wurde hier ein grausamer Mord verübt – und der Geist des Opfers scheint nie ganz gegangen zu sein …

Was Debütautor G. S. Foster hier abliefert, ist – ohne Übertreibung – ein echter Volltreffer für alle Fans des düsteren Genres. Der Geist eines Psychopathen ist eine gekonnte Mischung aus Psychothriller, Gruselhaus-Geschichte, Serienkiller-Roman und Horror-Mystery – und dabei alles andere als ein Genre-Brei. Foster weiß genau, wann er Tempo machen muss, wann Atmosphäre wirken darf und wann es knallen soll.

Besonders gelungen fand ich die Protagonistin Penny Archer. Kein Abziehbild, keine Superheldin – sondern eine kantige, kluge, verletzliche, aber toughe Frau, die man gerne begleitet. Mehr davon! Die Figur schreit regelrecht nach einer Reihe, und ich bin froh, dass da noch mehr kommt.

Statt billiger Effekte setzt Foster auf Spannung mit Substanz. Der Grusel kommt schleichend, aber wirkungsvoll. Der Psychodruck steigt, und die Frage nach der Realität hinter dem Spuk treibt einen Seite um Seite weiter. Gleichzeitig spart das Buch nicht mit Gewalt – aber immer dosiert, ohne sich in Splatterorgien zu verlieren. Kurz: Intensiv, aber nie geschmacklos.

Was mir besonders gefallen hat, war die dichte Atmosphäre. Foster gelingt es, Hawaii nicht als Urlaubsparadies, sondern als schillernde Fassade zu inszenieren – hinter der sich Abgründe auftun. Das Makami-Haus wird dabei fast selbst zur Figur: stilvoll, unheimlich, voller Geschichte.

Fazit:
Der Geist eines Psychopathen ist ein starker Start für G. S. Foster – temporeich, atmosphärisch, klug erzählt und geht im wahrsten Sinne des Wortes an Herz. Für mich eine der erfrischendsten Genre-Stimmen aus Deutschland seit Langem. Wer Horror liebt, der nicht nur auf Blut, sondern auch auf Charaktere und Spannung setzt, sollte hier unbedingt zugreifen.

Ich vergebe 9 von 10 Punkten – und freue mich schon jetzt auf Pennys nächsten Fall. Das war’s für heute aus dem Schattenreich der Seiten. Wenn dir die Rezension gefallen hat oder du selbst Der Geist eines Psychopathen gelesen hast – schreib mir gern in die Kommentare! 

Bleibt mutig, bleibt neugierig – und wie immer: Lest nicht allein … vor allem nachts nicht.


  • Autor: G. S. Foster

  • Genre: Horror, Psychothriller, Spukhaus

  • Umfang: ca. 351 Seiten

  • Lesezeit: etwa 6–7 Stunden

  • Triggerwarnung: Gewalt, psychischer Ausnahmezustand, Geistererscheinungen

  • Stil: flüssig, spannend, zugänglich

  • Perfekt für Leser:innen von: Simone St. James, Jennifer McMahon, Riley Sager – oder alle, die Haunted-House-Settings mit Tiefgang mögen

  • Verfügbarkeit: Als Taschenbuch & eBook erhältlich, z. B. bei Amazon oder im lokalen Buchhandel.


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