Montag, 15. September 2025

Blog 0026: Armand Hammer Collection aus Los Angeles in Martinach

Ein Höhepunkt, das Gemälde von Gustave Moreau (1826–1898), einem französischen Symbolisten. Der Titel lautet „Salomé dansant devant Hérode“ (Salome tanzt vor Herodes), entstanden um 1876.

Das Bild zeigt Salome im prächtigen Palastinterieur, wie sie vor König Herodes tanzt – ein zentrales Motiv bei Moreau, das er in mehreren Versionen gemalt hat.


Werte Freunde der Musen,

es dünkt mich, als seien Kunst, Literatur und Musik nicht allein vergnügliche Zierden des Lebens, sondern vielmehr jene edlen Essenzen, welche das Menschsein erst wahrhaft zu Menschsein werden lassen. Ja, ohne jene geistigen und spirituellen Elemente stünde der Mensch gleich einem Schiffe ohne Segel auf offener See, der Willkür der Winde preisgegeben.

So will ich denn, an dieser Stelle, meiner hochgeschätzten Gefährtin A. meinen verbindlichsten Dank und herzlichsten Gruß entbieten. Mit ihr ward mir die Ehre und Freude, den Tag in Martigny, in der ehrwürdigen Fondation Pierre Gianadda, zu verbringen. Noch bis zum zweiten Tage des Dezembermonats kann dort die vielgerühmte Armand-Hammer-Sammlung aus Los Angeles bestaunet werden – ein Schatz, der Werke solch erlauchter Meister birgt, wie Rembrandt, Monet und, nicht zuletzt, den unvergleichlichen Van Gogh.

Doch, wie es dem Reisenden ziemt, ward zuvor noch der Leib gestärkt, und zwar in den lieblichen Weinbergen von Salgesch, wo ein verborgenes Gasthaus gastliche Aufnahme gewährte und uns eine köstliche Tafel bereitete, ganz im Einklang mit der Natur und dem Rebensaft jener sonnigen Hänge.

Die Ausstellung selbst mag mit nahezu vierzig Hauptwerken klein erscheinen, doch wie oft ist das Wenige mehr als das Übermaß. Jedes einzelne Gemälde entfaltete seine Wirkung in umso größerer Intensität, indem Raum geschaffen ward für Betrachtung, Andacht und stilles Verweilen.

Nicht minder reizvoll erwiesen sich die Photographien Leonardo Gianaddas, welche den Helden meiner eigenen Jugendzeit huldigen: dem abenteuerlustigen Tim und seinem getreuen Gefährten Struppi. Hier begegneten einander das Reich der „realen“ Photographie und jenes der gezeichneten Bilderwelt, und es erhob sich die feine, fast schelmische Frage: Wer wohl mag den anderen zuerst inspiriert haben?

Zum Beschluss, gleichsam als Dessert der geistigen Speise, gönnten wir uns den unvermeidlichen Abstecher in die wohl größte Sammlung europäischer Automobile vergangener Tage. Welch glänzende Karossen, welch Triumph der Ingenieurskunst! Es war, als dürfe man noch einmal das Donnern einer Epoche hören, die längst verklungen scheint.

So endet mein Bericht, doch klingt in mir noch nach die Harmonie eines Tages, an dem Leib und Seele, Sinn und Geist in gleicher Weise genährt wurden.

Das Gemälde stammt von Vincent Van Gogh Es trägt den Titel „Der Garten des Pfarrhauses in Nuenen, im Winter“ (The Parsonage Garden at Nuenen in Winter) und entstand 1884, also in seiner frühen niederländischen Schaffensperiode. Farben und Stimmung: Noch nicht das kräftige Gelb und Blau seiner späteren französischen Werke, sondern erdige Brauntöne, Grau, Schwarz, gedämpftes Grün. Die Winterstimmung wirkt melancholisch und schwer.


Für die Whats App Gruppe:

Kunst, Literatur und Musik sind mir edle Essenzen, die das Menschsein erst wahrhaft zum Menschsein erheben. Ohne sie – was wären wir?

Darum herzlicher Dank an meine liebe Gefährtin A. für einen wundervollen Tag in der Fondation Pierre Gianadda zu Martigny: Noch bis 2. Dezember ist dort die Armand-Hammer-Sammlung aus Los Angeles zu sehen, mit Meisterwerken von Rembrandt, Monet bis Van Gogh.

Vorab Stärkung in den Weinbergen von Salgesch, danach eine kleine, aber wirkungsvolle Ausstellung mit fast 40 Hauptwerken. Ergänzt durch die Fotografien Leonardo Gianaddas zu Tim & Struppi – ein reizvolles Spiel zwischen Realität und Bilderwelt. Zum Abschluss: die wohl größte Oldtimer-Sammlung Europas.

Ein Tag, der Geist und Seele gleichsam nährte.

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