Sonntag, 14. Dezember 2025

Anne Elvedal - Station 22

Ida arbeitet als Krankenschwester auf einer psychiatrischen Station. Als die Patientin Fanny kurz nach ihrer Entlassung spurlos verschwindet, beginnt Ida auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei taucht ein rosafarbener Plüschhase auf – und zwingt Ida, sich ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen. Denn sie selbst wurde als Kind entführt und zwei Jahre lang festgehalten. Der Hase war damals ihr einziger Kontakt zur Aussenwelt.

Für mich ganz klar das Buch des Jahres 2025. Kein klassischer Nordic Thriller, sondern ein langsam erzählter, tiefpsychologischer Roman über Trauma, dysfunktionale Bewältigungsmechanismen und suizidales Denken. Der Fokus liegt auf Idas innerem Zerfall, nicht auf Tempo oder Action. Schwer, düster und verstörend – aber literarisch stark, gesellschaftlich relevant und mit einem eindringlichen Finale. Nichts für nebenbei oder die Badeferien – aber intensiv, mutig und gesellschaftlich wichtig.

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